Direkt zum Inhalt

Wie Sie eine Erbschaft oder Schenkung anzeigen

Nutzen Sie das Steuerrecht für sich

Unsere Leistungen

Rückrufservice

Erwerbsanzeige nach § 30 Erbschaftsteuergesetz im Erbfall

Jeder der Erbschaftsteuer unterliegende Erwerb ist vom Erwerber binnen einer Frist von drei Monaten nach erlangter Kenntnis dem zuständigen Finanzamt anzuzeigen. Die Anzeige erfolgt formlos. Die Mindestanforderungen an die Erwerbsanzeige regelt § 30 Abs. 4 Erbschaftsteuergesetz.

Hintergrund der Regelung

Eine Person, die von Todes wegen Vermögen erwirbt, ist nach § 31 Erbschaftsteuergesetz nur dann zur Abgabe einer Erbschaftsteuererklärung verpflichtet, wenn das zuständige Finanzamt dazu auffordert. Damit ist zu rechnen, wenn aufgrund der Höhe des vererbten Vermögens mit der Festsetzung einer Erbschaftsteuer zu rechnen ist, weil z.B. mögliche Freibeträge durch den Erwerb überschritten wurden.
Die Erwerbsanzeige soll das Finanzamt in die Lage versetzen, von Erbschaftsteuerfällen zu erfahren und - soweit eine Steuerpflicht zu erwarten ist - die betreffenden Personen zur Abgabe einer Erbschaftsteuererklärung aufzufordern.

Besonders bei Erbschaften im Ausland dürfte das Finanzamt nicht bereits aus anderen Quellen Kenntnis über den Erwerb erlangen, so dass in diesen Fällen ein erhebliches Vollzugsdefizit entstehen könnte.

Frist der Anzeige

Die Anzeigefrist beträgt drei Monate. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, zu dem der Erwerber Kenntnis von dem durch den jeweiligen Erwerbsgrund ausgelösten Erwerb erlangt hat.

Inhalt der Anzeige

Die Erwerbsanzeige soll nach § 30 Abs. 4 Erbschaftsteuergesetz mindestens folgende Angaben enthalten:

 
  • Vorname und Familienname, Identifikationsnummer (§ 139b Abgabenordnung), Beruf, Wohnung des Erblassers oder Schenkers und des Erwerbers;
  • Todestag und Sterbeort des Erblassers oder Zeitpunkt der Ausführung der Schenkung;
  • Gegenstand und Wert des Erwerbs;
  • Rechtsgrund des Erwerbs, wie gesetzliche Erbfolge, Vermächtnis, Ausstattung;
  • persönliches Verhältnis des Erwerbers zum Erblasser oder zum Schenker, wie Verwandtschaft, Schwägerschaft, Dienstverhältnis;
  • frühere Zuwendungen des Erblassers oder Schenkers an den Erwerber, nach Art, Wert und Zeitpunkt der einzelnen Zuwendung

Folgen der unterlassenen Erwerbsanzeige

Durch das Unterlassen der Anzeige nach § 30 Erbschaftsteuergesetz kann sich der Erwerber unter weiteren Voraussetzungen einer leichtfertigen Steuerverkürzung nach § 377 Abgabenordnung oder einer Steuerhinterziehung nach § 370 Abgabenordnung strafbar machen. Dieses droht immer dann, wenn durch die fehlende Anzeige die Steuer nicht oder in nicht zutreffender Höhe festgesetzt wird. Ein Verspätungszuschlag nach § 152 Abgabenordnung kann allerdings nicht festgesetzt werden, da die Vorschrift nur für Steuererklärungen gilt.

In den Fällen, in denen keine Erbschaftsteuer entstanden ist, bleibt eine fehlende Erwerbsanzeige straflos. Wird allerdings durch eine unterlassene, verspätete oder unvollständige Erwerbsanzeige eine Erbschaftsteuer verkürzt, kann dadurch eine Steuerstraftat begangen worden sein. In diesen Fällen kann der Erwerber unter den Voraussetzungen der §§ 371 und 378 Abgabenordnung durch eine Selbstanzeige Straffreiheit erlangen.

Unterlässt der Erwerber seine Anzeigepflicht nach § 30 Erbschaftsteuergesetz, kann sich die Festsetzungsverjährung der Erbschaftsteuer verlängern, weil der Fristbeginn nach § 170 Abs. 2 Nr. 1 Abgabenordnung bis zu drei Jahre gehemmt wird.

Erwerbsanzeige im Schenkungsfall

Die Erwerbsanzeige nach § 30 Erbschaftsteuergesetz gilt auch in Schenkungsfällen. Die Frist beträgt ebenfalls drei Monate. Nach § 30 Abs.2 Erbschaftsteuergesetz ist neben dem Beschenkten auch der Schenker anzeigepflichtig. Bei Schenkungen beginnt die Festsetzungsfrist für die Steuer nach § 170 Abs. 5 Nr. 2 Abgabenordnung nicht vor Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Schenker verstorben ist oder die Finanzbehörde von der vollzogenen Schenkung Kenntnis erlangt hat.

Achtung: Bei unterlassenen Erwerbsanzeigen drohen demnach nicht nur steuerstrafrechtliche Folgen. Auch die Verjährung wird in vielen Fällen weitestgehend gehemmt

Ihr Weg zu uns - in 3 Schritten

1.

Kontakt aufnehmen

Rufen sie uns einfach an oder schreiben mir eine E-Mail. Teilen Sie mir am besten kurz mit, was Ihr Anliegen ist. Ein Stichwort oder eine kurze Beschreibung Ihrer Frage oder des Problems reicht aus (z.B. Steuerliche Fragen zum Testament, Erbschaftsteuer / Schenkungsteuer vermeiden, Erbschaftsteuererklärung, Nachfolge steuerlich optimal regeln).Kontakt
2.

Erstberatungsgespräch

Wir vereinbaren einen Termin und besprechen Ihre Sache. Oft können wir bereits in dem ersten Gespräch viele Fragen klären, Problemlösungen darstellen und die notwendigen weiteren Schritte aufzeigen und erläutern. Ich informiere Sie auch genau über unsere Kosten für den Fall, dass Sie uns mit der weiteren Steuervertretung beauftragen.
3.

Steuervertretung

Ich werde für Sie in der Erb- oder Schenkungssache tätig. In der Regel müssen sich unsere Mandanten dann um nichts weiter kümmern. Wir sorgen für die erforderliche Rechtssicherheit und veranlassen alle in Ihrem Fall nötigen Maßnahmen. Häufig geht es hier um die richtige Gestaltung, damit drohende Erb- oder Schenkungssteuer verhindert wird.

Kontaktieren Sie uns!

Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und bin mit der dort beschriebenen Erhebung und Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten einverstanden.

Referenzen

So bewerten uns unsere Mandanten

  • Hier ist man in guten und zuverlässigen Händen. Die Ratschläge sind sehr kompetent und auch die weitere Vertretung läuft verlässlich und umsichtig. Wir bedanken uns für die freundliche und unkomplizierte Hilfe.

    F.R. aus Köln
  • Wir hatten eine Übertragung eines Zweifamilienhauses an unsere Tochter geplant. Allerdings stand die Schenkungssteuer im Raum. Auf Empfehlung unseres Notars haben wir uns deswegen an die Kanzlei Oakham gewandt. Es wurde uns dann eine Regelung zur Hausübertragung vorgeschlagen, bei der keine Steuer anfällt. Dafür bedanken wir uns.

    S.L. aus Grafting bei München
  • Wir sind eine Erbengemeinschaft mit 6 Personen. Das Finanzamt hat die Erbschaftsteuer derart hoch geschätzt, dass wir nicht in der Lage gewesen wären, diese zu zahlen. Der Nachlass war die Immobilie einer Tante, die wir so schnell gar nicht hätten veräußern können. Herr Kassuba hat dann Klage eingelegt. Das Finanzgericht hat zu unseren Gunsten entschieden und die Steuer um ca. 30% reduziert. Wir bedanken uns für die tolle Arbeit des ganzen Kanzleiteams.

    Familie W. aus Frankfurt
  • Ich möchte mich recht herzlich für die erfolgreiche und kompetente Unterstützung und vor allem sehr angenehme und schnelle Zusammenarbeit mit Ihnen bedanken. Auf jeden Fall empfehle ich Sie im Freundes- und Bekanntenkreis weiter.

    B.M. aus Mallorca
  • Ich habe Herrn Kassuba eine recht verzwickte Erbsache anvertraut. Mir wurden die Risiken sachlich geschildert und die genaue Vorgehensweise, wie die Sache zu lösen sei. Das Finanzamt ist tatsächlich den Argumenten von Herrn Kassuba gefolgt und hat keine Steuer festgesetzt. Die Sache wurde zu meiner vollsten Zufriedenheit bearbeitet.

    J.M. aus Hamburg
  • Durch die Professionalität und das sehr kompetente Vorgehen des Oakham-Teams lief die steuerliche Abwicklung für uns optimal. Obwohl die Erbschaft aus Deutschland kam, ich jedoch in Österreich wohne, wurde mir in kürzester Zeit geholfen. Das Finanzamt hat die Steuerforderung erheblich reduziert.

    K.S. aus Linz
  • Ich empfehle die Kanzlei Oakham. Ich wurde ausführlich zur Versteuerung des Erbes meines Vaters beraten. Die eigentliche Steuer konnte durch Freibeträge und Sonderabzüge erheblich reduziert werden. Das Finanzamt hat dann genau die Steuer festgesetzt, die Herr Kassuba auch ausgerechnet hat.

    V.L. aus München