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Fälle

Wir haben über die Jahre zahlreiche Fälle zur Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer zu einem guten Ergebnis bringen können. Hier stellen wir einige Auszüge aus unserer Arbeit vor, natürlich alle anonymisiert.

Ehefrau und Kinder erben

Der Verstorbene ist Ehemann und Vater von zwei Söhnen. Er hat seiner Frau und seinen Kindern das Haus vererbt, in dem die Familie wohnte. Außerdem hat der Erblasser noch Kapital bei der Bank und Wertpapiere (Aktien) vererbt. Wir wurden von der Familie beauftragt, die steuerliche Abwicklung vorzunehmen, weil das Finanzamt zur Abgabe der Erbschaftsteuererklärung aufgefordert hat.  

Pflicht zur Zahlung von Erbschaftsteuer in Höhe von 68.000 Euro verhindert

Auch nach Ausnutzung der Freibeträge wäre in diesem Fall regulär noch eine hohe Erbschaftsteuer von mehr als 68.000 Euro angefallen, die von den Hinterbliebenen hätte gezahlt werden müssen. Um die Steuerzahlungspflicht auszuschließen hat unser Steuerberater Hergen Kassuba eine besondere Steuergestaltung empfohlen mittels des sogenannten Supervermächtnisses. Auf diese Weise musste keine Erbschaftsteuer geleistet werden, was das zuständige Finanzamt auch mittels Steuerbescheids festgestellt hat.

Schwester ist Erbin ihres Bruders

Nachfolgend berichten wir über einen Fall aus unserer Steuerpraxis, der in dieser Art immer häufiger vorkommt: Das Erbe unter Geschwistern. 

Der Bruder ist verstorben. Er war ledig und hat keine Kinder. Die alleinige Erbin ist die hinterbliebene Schwester, die uns beauftragt hatte die erbschaftsteuerlichen Schritte durchzuführen. 

Der Bruder hat Folgendes vererbt: Geld bei der Sparkasse, eine Wohnung, in der er bis zu seinem Tod selbst lebte, und zwei weitere Wohnungen, die er vermietete. Der Steuerfreibetrag, wenn Geschwister Erben sind, ist mit einem Betrag von 20.000 Euro bedauerlicherweise sehr gering. Das Finanzamt setzte selbst unter Berücksichtigung dieses Freibetrages die Erbschaftsteuer noch auf 239.000 Euro fest. Herr Steuerberater Hergen Kassuba ist gegen den Erbschaftsteuerbescheid vorgegangen und hat Einspruch eingelegt. 

Mittels Einspruchs Steuerforderung des Finanzamts um 196.000 Euro reduziert

„Wir haben den Einspruch damit begründet, dass die vererbten Immobilien vom Finanzamt steuerrechtlich viel zu hoch bewertet worden sind. Dies konnten wir mit einer von uns erstellten Wertberechnung, die genau den Vorschriften des einschlägigen Bewertungsgesetzes entspricht, auch nachweisen“, erläutert Hergen Kassuba. Das Finanzamt ist unserer Begründung weitgehend gefolgt und hat dem Einspruch unserer Steuerkanzlei überwiegend stattgegeben. Zwar mussten die Mandanten dennoch Erbschaftsteuer zahlen, jedoch anstelle der ursprünglich festgesetzten 239.000 Euro lediglich noch 43.000 Euro.

Vater vererbt an Kinder und Lebensgefährtin

Immer wieder haben wir Testamente zu prüfen, die sich dann als steuerschädlich darstellen. Hier ein aktuelles Beispiel:

Der Vater lebt mit seiner Lebensgefährtin ein Einfamilienhaus, welches dem Vater allein gehört. In seinem Testament hat der Vater seine beiden Kinder als Alleinerben für das Haus eingesetzt. Seine Lebensgefährtin soll laut Testament bei seinem Ableben ein lebenslanges Wohnrecht in dem Haus erhalten.

Diese Regelung hätte in dem konkreten Fall mehr als 130.000 Euro an Erbschaftsteuern nach sich gezogen. „Mein Rat war daher, die Regelung zu ändern,“ sagt Steuerberater Hergen Kassuba. Grund ist Folgender: Das Familienheim ist von der Erbschaftsteuer befreit, aber nur wenn es nach von den Angehörigen selbst bewohnt wird. Die Lebensgefährtin des Vaters ist jedoch keine Angehörige im Sinne des Steuerrechts, weil sie nicht mit ihm verheiratet ist. Auch für die beiden Kinder gibt es keine Steuerbefreiung, weil sie das Haus nicht selbst bewohnen. Das Wohnhaus hätte daher von den Kindern besteuert werden müssen. 

Die Lebensgefährtin hätte das ihr eingeräumte Wohnrecht besteuern müssen. In Abhängigkeit der ortsüblichen Miete für das Haus und der statistischen Lebenserwartung kann allein durch das gewährte Wohnrecht ein Steuerschaden von mehreren hunderttausend Euro entstehen. Der Lebensgefährtin steht lediglich ein Steuerfreibetrag von 20.000 Euro zu. Der Steuersatz beträgt mindestens 30%. Diese Steuern sollten vermieden werden. Hergen Kassuba dazu: „Wir haben eine andere Möglichkeit aufgezeigt, mit der die drohende Erbschaftsbesteuerung komplett verhindert werden konnte. Unser Mandant hat das Testament entsprechend geändert.“

Südafrikaner heiratet und verschenkt damit Haus in Deutschland

Wir warnen vor teuren „Steuerfallen“ bei Eheschließungen im Ausland, denen man entgehen kann. Der nachstehende Sachverhalt wurde mir zur Beurteilung vorgelegt: 

Unsere Mandanten sind zwei in Kapstadt lebende Südafrikaner, die ihre Hochzeit in Südafrika planen. Einer der beiden zukünftiger Ehepartner besitzt in Deutschland (Hamburg) ein Mehrfamilienhaus, während der andere zukünftige Ehepartner weitestgehend mittellos ist.

Aufgrund der Heirat und der Begründung des Güterstandes der Gütergemeinschaft würde der mittellose Ehepartner in Höhe des Wertes der halben Immobilie, die dem anderen Partner in Deutschland gehört, bereichert. Dieser Vorgang wäre in Deutschland schenkungsteuerpflichtig (§§ 2 Abs. 1 Nr. 3 und 7 Abs. 1 Nr. 4 ErbStG). Die Hälfte des Immobilienwertes müsste sofort in Deutschland versteuert werden.

Unser Tipp: Da in einigen Staaten – wie in Südafrika – der Güterstand der Gütergemeinschaft automatisch mit der Heirat eintritt und somit bei deutschem Vermögen eine deutsche Schenkungsteuer auslösen kann, sollte in einem Ehevertrag die Gütergemeinschaft ausgeschlossen werden. Genau hierzu haben geraten: Unsere Mandanten haben die Gütergemeinschaft durch Ehevertrag ausgeschlossen und dann geheiratet. Das deutsche Finanzamt kann durch diese Regelung keine Schenkungsteuer festsetzen.

Mutter möchte an Tochter und Lebensgefährten vererben

Meine Mandantin hat in ihrem Testament verfügt, dass ihr Lebensgefährte, mit dem sie nicht verheiratet ist, zum Vorerben einsetzt wird. Als Nacherben bestimmten sie gleichzeitig die Tochter. In diesem Fall ging es um die Frage, wie die Erbschaft vom  Lebensgefährten auf die Tochter der Erblasserin zu besteuern wäre.

Grundsätzlich handelt es sich steuerlich bei der Nacherbschaft um einen Erwerb des Nacherben vom Vorerben und nicht vom ursprünglichem Erblasser (§ 6 Abs. 2 Satz 1 ErbStG). Das heißt zunächst, dass die Tochter das Vermögen vom Lebensgefährten der Mutter erbt und nicht direkt von der Mutter. Der Tochter würde in dieser Konstellation nur ein Freibetrag von 20.000 Euro zustehen. Die Erbschaft würde deshalb mit einem hohem Steuersatz belegt werden.

Hier gibt es jedoch einen Ausweg: Das Erbschaftsteuergesetz gewährt dem Nacherben in derartigen Fällen das Wahlrecht, bei der Erbschaftbesteuerung die persönlichen Verhältnisse zum ursprünglichem Erblasser zugrunde zu legen (§ 6 Abs. 2 Satz 2 ErbStG). Nach dem Tod der Mutter und dem anschließenden Tod des Lebensgefährten der Mutter können wir für die Tochter einen entsprechenden Antrag stellen, so dass ihr der Freibetrag in Höhe von 400.000 Euro und ein deutlich günstigerer Erbschaftsteuersatz gewährt würde. 

Achtung: Dieses Wahlrecht ist nicht in Schenkungsfällen anwendbar, sondern nur nach dem Tod des Vorerben möglich.

Erbe vom Ehemann und das Problem mit der Lebensversicherung

Hier zeigen ich Ihnen, warum Sie die Lebensversicherung besser für den Partner abschließen sollten:  Eine Mandantin erhielt nach dem Tod Ihres Ehemannes aus einer Lebensversicherung 800.000 Euro Die Versicherung hatte der Ehemann zu seiner Zeit selbst abgeschlossen und seine Ehefrau als Begünstigte eingetragen. Nun stellte sich die Frage, ob die Auszahlung der Lebensversicherung grundsätzlich der Erbschaftsteuer unterliegt.

Das Erbschaftsteuergesetz bestimmt, dass alle Erwerbe von Todes wegen einer natürlichen Person der Erbschaftsteuer unterliegen (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG). Dazu zählen auch alle Leistungen aus Lebensversicherungsverträgen des Erblassers (§ 3 Abs. 1 Nr. 4 ErbStG). Somit unterliegt die Summe der Lebensversicherung im vorliegenden Fall grundsätzlich der Erbschaftsteuer. In welcher Höhe tatsächlich Steuern zu zahlen sind, hängt unter anderem davon ab, ob weiteres Vermögen an die Ehefrau vererbt wurde.

Hätte die Ehefrau die Lebensversicherung auf das Leben des Ehemannes abgeschlossen, dann würde die Auszahlung der Versicherung nicht der Erbschaftsteuer unterliegen, weil der Vertrag nicht vom Erblasser abgeschlossen wurde. Obwohl es hier schon zum Erbfall gekommen ist, konnten wir dennoch eine andere Gestaltungslösung finden, womit wir die hohe Erbschaftsteuer auf die Lebensversicherungspolice komplett verhindern konnten.

Tante hinterlässt Erbe

Oft stellen wir fest, dass Steuervergünstigen, die nur auf Antrag vom Finanzamt gewährt werden, nicht in Anspruch genommen werden. Dazu lag uns vor Kurzem folgender Sachverhalt vor:

Die Tante unseres Mandanten hatte ihren Ehemann zum Alleinerben eingesetzt. Des Weiteren hatte Sie verfügt, dass der Nacherbe ihres Ehemann unser Mandant also ihr Neffe sein sollte. Die Tante war bereits vor Jahren verstorben. Ihr gesamtes Vermögen ist auf ihren Ehemann übergegangen, der selber weites gehend über keine eigenes Vermögen verfügte.

Nun verstarb der Ehemann und vererbte aufgrund des letzten Willens der Tante das Vermögen als Nacherbschaft an unseren Mandanten. Dieser füllte die Erbschaftsteuerformulare, die er vom Finanzamt erhalten hatte, selber aus, ohne sich dazu vorher beraten zu lassen. Als ihm das Finanzamt den Erbschaftssteuerbescheid zugesandt hatte, wunderte er sich über die hohe Steuerfestsetzung und legte uns den Steuerbescheid zur Prüfung vor.

Wir erklärten unserem Mandanten, dass das Finanzamt die Erbschaft mit 30% besteuert habe, weil die Behörde annahm, dass er das Vermögen vom kürzlich verstorbenen Ehemann der Tante geerbt habe. Der Ehemann der Tante sei aber kein Blutsverwandter, dessen Erbschaft steuerbegünstigt sei. Wir haben dem Finanzamt dargelegt, dass letztlich das vererbte Vermögen ursprünglich von der Tante stammte und konnte mittels eines Einspruchs den Steuersatz auf Antrag auf die Hälfte reduzieren.

Unser Rat lautet stets, füllen Sie nie Erbschaftsteuerformulare selber aus, wenn Sie nicht über professionelle Fachkenntnisse verfügen. Das Finanzamt wird Sie nicht darauf hinweisen, wenn Sie es vergessen haben, wichtige Anträge zu stellen.

Unternehmensnachfolge

Der Vater übergibt seinen Gewerbebetrieb an den Sohn.

Häufig kommen Unternehmer auf uns zu, die Ihren Betrieb schon zu Lebzeiten auf Ihre Kinder übertragen möchten, ohne die Schenkungsteuer auslösen zu wollen. Gleichzeitig soll den Eltern ein ausreichender Lebensunterhalt ermöglicht werden.

In diesem Zusammenhang empfehlen wir häufig die Übertragung des Betriebes gegen Vorsorgeleistungen. Einkommensteuerlich handelt es sich dabei nicht um ein Veräußerungsgeschäft, welches zu einkommensteuerlichen Belastungen führen würde. Bei der Vermeidung oder Reduzierung der Schenkungssteuer können dieses Versorgungsleistungen angesetzt werden.

Aktuell haben wir einen Fall gestaltet, bei dem der Vater seinen Betrieb an den Sohn übertragen hat. Der Betrieb hatte einen Wert von 2 Mio. Euro. Dem Vater wurde vom Sohn eine jährlich voraus zu leistende Rente in Höhe von Euro 24.000 zugesagt.

Obwohl das Finanzamt behauptete, dass Teile des betrieblichen Vermögens nicht steuerfrei übertragen werden könnten, haben wir unter Ausnutzung der persönlichen Freibeträge, des klugen Gebrauchs der komplizierten Vorschriften über die Steuerbefreiungen des Betriebsvermögens und dem steuermindernden Ansatz der jährlichen Rentenzahlungen an den Vater die Schenkungsteuer auf Euro 0,00 reduziert.

Vater und Sohn haben richtig gehandelt, weil sie sich frühzeitig an uns gewendet haben. Wir konnten ihnen eine Lösung aufzeigen, bei der die Wünsche beider Generationen erfüllt wurden und keine Steuern zu zahlen waren.